Katastralgemeinde Wampersdorf
Gem. Pottendorf. Polit. Bez. Baden. Aus einem Straßendorf hervorgegangenes Mehrstraßendorf an der Leitha, am nordöstl. Rand des Wiener Beckens. – Urk. (1160 ?) 1209; 1670 Familie Esterhazy; bis 1972 selbstständige Gemeinde.
Im Altsiedlungsbereich größtenteils im 20. Jh. erneuerte und aufgestockte Dreiseit- und Zwerchhöfe 18./19. Jh. (z. B. Obere Hauptstraße Nr. l, giebelständig im Kern 18. Jh.; Nr. 3, 1890 err. Arbeiterwohnhaus, 2geschossig unter Satteldach mit historistischer Putzfassade; Wiener Straße Nr. 14, ehem. Mauthaus, Zollgebäude der Gutsherrschaft Ebenfurth, korbbogiges Stemportal am Scheitel bez. 1759); in der Johann-Strauß-Straße Nr.1 die 1851 aus einer Mühle hervorgegangene erste Papierfabrik Österreichs, 1927 stillgelegt (heute Bettfederntabrik), 1999 durch Brand tw. zerstört.
PFARRKIRCHE hl. Nikolaus, leicht zurückversetzt an der Oberen Hauptstraße neben dem Pfarrhof. Neogot. Saalbau 1877 über bar. Vorgängerbau erb. – Urk. 1645 Kapelle, 1689/91 erweitert; 1783 Pfarre. 1877 Umbau (u. a. Erhöhung und Einziehung der Gewölbe, neugot. Spitzbo- genfenster, Err. der Vorhalle). 1900 Err. des Turmes über der Vorhalle im NW. – Rest. 1995. Äußeres. Langhaus unter Satteldach durch abgetreppte Strebepfeiler und 2bahmge Spitzbogenfenster gegliedert. Niedrigerer eingezogener Chor mit 5/8-Schluss mit Strebepfeilern und Spitzbogenfenstern; durch seitl. l-2geschossige Anbauten je unter Halbwalmdach tw. verstellt, im SW Sakristei im NO Hl.-Grab. Über der niedrigeren Vorhalle (Rechteck- portal mit spitzbogigcm Tympanon) im NW gedrungener 2zoniger Fassa- denturm von 1900 aus Sichtquadermauerwerk mit spitzbogigen Fenstern und steinernem Spitzhelm über Giebelkranz. Inneres. Langhaus mit 3jochigem Kreuzgratgewülbe zwischen spitzbogigen Gurtbögen, im NW 1 jochige Orgelempore mit gerader Brüstung. Spitzbogiger Triumphbogen auf gespitzten Konsolen. Stark eingezogener 1jochiger Chor, kreuzgratgewölbt mit Polygonschluss auf Spitzkonsolen. Turmerdgeschoß spitz.tonnengewölbt. – Glasmalerei, im Chor Herz Jesu und Herz Maria bez. 1948; im Langhaus Hll. Katharina und Karl Borromäus, sowie Hll. Cäcilia und Judas Thaddäus, um 1940/50, bez. Glasmalerei R(udolf) Leutgeb.inrichtung. Spätbar. Hochaltar 2. D. 18. Jh., Säulenretabel (ehem. Seitenaltar ?) mit kartuschenförmigem Auszug, Altarblatt hl. Nikolaus, seitl. Konsolstatuen Hll. Stephanus und Maria Magdalena, Auszugsbild hl. Antonius von Padua, Sarkophagmensa. – Orgel von Wilhelm Zika, 1937. — Statuen. Mondsichelmadonna und hl. Josef (bez.), 1978 von Franz Bernardi; Hll. Dreifaltigkeit, 1984; Herz Jesu um 1900; in der Vorhalle hl. Johannes Nepomuk l. V. 18. Jh.; Christus im Grab, um 1900. – Kreuzwegbilder 1892. – Gestühl von 1877. – 4 Glocken 1947.
PFARRHOF, Obere Hauptstraße Nr. 5, südl. neben der Kirche, erb. 1787 (aus dem Material der durch ein Erdbeben zerstörten Leonardi- Kapelle am Pottendorfer Friedhof), 2geschossig unter Walmdach, im W 1geschossiger Zubau von 1994. Renov. 1994/95.
KLEINDENKMÄLER. Kriegerdenkmal, um 1920, Untere Hauptstraße/ Ecke Wiener Straße, Löwenskulptur auf künstlichem Felsen vor Bruch- steinmauer mit Gedenktafeln für die Gefallenen beider Weltkriege; Rest. 1989. – Pfeilerbildstock mit Gruppe Gnadenstuhl, am Sockel Stiftungs- inschr. (tw. unleserlich) 1880, Linaenstraße Ecke Weingartenstraße.
zitiert aus
DEHIO: DIE KUNSTDENKMÄLER ÖSTERREICHS
NIEDERÖSTERREICH südlich der Donau
(2 Teile: A – L und M – Z)
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