Schlossbesitzer
Die Grafen von Sulzbach, die mit den Babenbergern verwandt waren, waren in Ostbayern und in der damaligen „Neumark“ in der Zeit von 1000 – 1188 Grundherren dieser Gegend. Diese Gebiete zwischen Leitha und Fischa wurden von sogenannten Ministerialen im Auftrag der Grafen von Sulzbach urbar gemacht und bewirtschaftet.
Pottendorf wird um 1130 erstmals in einer Urkunde für Rudolf von Pottendorf erwähnt, es war im Mittelalter Grenzbefestigung an der Verteidigungslinie entlang der Leitha. Nach dem Aussterben der Herren von Pottendorf wurde das Schloss Pottendorf 1488 landesfürstlich, das war Kaiser Friederich III. Nach dessen Tod 1493 fiel es an Maximilian I. Der gab es dem „Edln“ Ungarn Peter Pogan zu Lehen. 1494 stand Pottendorf unter der Pflegschaft von Hans Lengenfelder.
1495 wird es Pfand und satzweise den Brüdern Heinrich und Sigismund Freiherrn von Prueschenk von Stettenberg. Im gleichen Jahr erhält Christoph von Zinzendorf die Pflegschaft. Der heiratete 1492 die Erbtochter Sophie von Pottendorf, die Tochter des letzten der Herren von Pottendorf. 1517-1606 gehört es den Herren von Zinzendorf-Pottendorf, 1606-35 den Herren von Königsberg, 1635-65 den Herren von und zu Ungarschütz.
1665—70 unter Graf Franz Nadasdy bekam das Schloss eine Bibliothek, eine Druckerei und eine Kunstsammlung. Von 1670-1702 war es wiederum kaiserlicher Kammerbesitz und wurde an Graf Thomas Gundacker von Starhemberg verkauft und um 1737/38 zu einem Barockschloß (Anton Pilgram zugeschrieben) umgebaut. Es war bis 1801 in Staremberschen Besitz.
1802 Übernahme durch Graf Nikolaus V. Esterhazy von Galantha (+1833) und Umgestaltung des barocken Parks zu einem englischen Landschaftsgarten. Die Reihe der nachfolgenden Besitzer: Paul IV. (+1866), Nikolaus VII. (+1894), Nikolaus VIII. bis 1935. Er lässt 1900/01 umfangreiche Restaurierungen vornehmen, Dr. rer. polit. Prinz Ladislaus Esterhazy (bis zu seinem Tod im Jahr 2000), danach seine Tochter Katalin Landon, geb. Esterhazy, am 4. September 2006 kaufte die Marktgemeinde Pottendorf das Schloss an.