Landegg Gebäude
Die Kirche von Landegg wurde 1650 von Frau Regina Ruezin von Grub gestiftet, beim Türkeneinfall aber wieder völlig zerstört. Man brauchte zehn Jahre um sie wieder aufzubauen, mit Strohdach und Holzturm. Erst 1859 gab es ein Ziegeldach und einen gemauerten Turm für die Kirche, später kleine Erweiterungen und Renovierungen. Die Pracht hielt nicht einmal hundert Jahre. Dann kamen die Bomben – am 30. Mai 1944. Die neugebaute Kirche wollte anfangs nicht recht stehenbleiben. Im Oktober 1950 wurde sie dann wieder geweiht. Hoffen wir, daß sie diesmal länger hält.
Die Landegger Volksschule wurde 1871 mit einem „erbaulichen Eröffnungsfest“ eingeweiht. 64 Kinder besuchten damals die Schule. Am 1. September 1939 wurde sie der Pottendorfer Volks- und Hauptschule eingegliedert, am 11. vollständig stillgelegt. Das Gebäude selbst steht noch, Ecke Eisenstädterstraße – Schulgasse. Jetzt steht es leer – eine neue Verwendung ist in Diskussion.
Die Zuckerfabrik, gegründet 1850, brachte den Landeggern Wohlstand, den Bauern, weil sie ein Fuhrwerkseinkommen für die Zuckerrüben lukrieren konnten und den Arbeitern mit ihrem Lohn. 1901 wurde ein Gleis zur Pottendorfer Bahn gebaut, der Fuhrlohn nur noch für den Braunkohlentransport aus Neufeld möglich. Die Zuckerfabrik in Bruck/Leitha wurde 1910 eröffnet – die Landeggerische geschlossen. Fünf Jahre später wurde daraus der Beginn eines Flüchtlingslagers.
Das Flüchtlingslager in Landegg wurde durch den Zubau von 50 – 60 Baracken vergrößert und beherbergte schließlich etwa 6000 Flüchtlinge. Das Lager erhielt auch eine Kirche mit Glockenturm, eine Volksschule, einen Kindergarten, verschiedene Werkstätten, zwei Geschäfte und verschiedene Amtsräume. Schlechte Ernährung, gedrängte Wohnsituation, vielleicht auch Hoffnungslosigkeit ließen Seuchen ausbrechen. 650 Flüchtlinge wurden in Landegg begraben.
