ARGE Heimatforschung

Heimatmuseum Rother Hof Pottendorf

Katastralgemeinde Landegg

Kurze Geschichte:

Landegg liegt an der Leitha, die seit jeher die Grenze zu Ungarn bildete. Vor vierhundert Jahren waren es 27 Häuser, die in Landegkh standen, vor etwa zweihundert Jahren in Londeg – Landeckh – Landdtegg – waren es schon 44 Häuser. 1880 in Landeck standen 63 Häuser. 1934 wohnten hier 733 Leute, nach dem 2. Weltkrieg noch 585. Jetzt gibt es in Landegg 1060 Einwohner. Erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde die Ortschaft aber schon 1194. Damals gab es auch in Landegg eine Burg, eine viereckige Anlage auf einer kleinen Aufschüttung, deren Befestigung hauptsächlich in höhergesetzten Fenstern und Türen bestand. Die Wirkung dieser Burg, auch G’schloß genannt, dürfte aber nicht groß gewesen sein. Heute weiss man in etwa noch, wo sie stand, mehr nicht. Nach knappen 50 Jahren Eigenständigkeit der Ortschaft heiratet die damalige Besitzerin, eine geborene Euphemia von Kuenring, Rudolf von Pottendorf. Seither läuft die Geschichte von Landegg so wie die von Pottendorf. Ausnahmen waren die Türkenkriege. Da kam Pottendorf mit einem Schutzbrief relativ glimpflich über die Runde, Landegg hingegen wurde völlig niedergebrannt – Haus, Hof und Ernte. Manche Einwohner wurden erschlagen und eine Familie auch verschleppt. Auch die Kuruzzen, marodierende habsburgfeindliche Ungarn, besuchten den schutzlosen Ort gerne, hielten aber zur Pottendorfer Burg gebührenden Respektsabstand. Interessant, daß bei den Namen der 22 niedergebrannten Höfe nur vier deutschklingende Namen vorkommen, alle anderen waren kroatisch. Seit der Gründung der Ortschule 1871 verschwand die kroatische Sprache allmählich ganz.

Die Leithabrücke, bei der Überquerung mit dem Auto kaum noch zu erkennen, war lange Zeit sehr bedeutsam, eine Zeitlang sogar Mautstelle. Jetzt ist sie nur noch bei Hochwasser interessant als Zuschauertribüne, wenn die Feuerwehr die Bäume, die sich am Mittelpfeiler verfangen, wegräumt.

Die Pottendorfer-Linie ist die Bahn, die um 1870 gleichzeitig mit der Errichtung der Textilindustrie gebaut wurde. Der Bahnhof steht auf Landegger Grund und ist ein eingeschossiger Steinquaderbau mit übergiebeltem Mittelrisalit. Seit 1996 ist der Bahnhof nur noch Haltestelle. Die Gebäude erhielten kurz vor der Stillegung eine Neueindeckung. Vom Bahsteig kann man in Muße den Fortschritt des Verfalls studieren (Zug ist leider verspätet, wir bitten um Ihr Verständnis) – Sic transit gloria mundi.

Gebäude:

Denkmäler:

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