ARGE Heimatforschung

Heimatmuseum Rother Hof Pottendorf

Schule Wampersdorf

Wahrscheinlich gab es bis zum Jahre 1787 in Wampersdorf kein eigenes Schulhaus. Damals wurde der Schulunterricht im Gemeindehaus Nr. 6 (untere Hauptstraße 4) abgehalten. Dort wohnte auch der damalige Schullehrer Josef Hagen. 1787 wurde gleichzeitig mit dem Pfarrhof ein Schulhaus mit einem Lehrzimmer und einer Lehrerwohnung auf herrschaftlichem Boden erbaut. Angeblich war ein Bauer namens Georg Stark dort Lehrer. Nach ihm kam Josef Weihs als Schullehrer nach Wampersdorf, der im Jahre 1809 von Deutsch-Brodersdorf hierher kam. Nach kurzer Zeit übersiedelte Josef Weihs nach Pottendorf, wo er als Fabriksbeamter Beschäftigung fand. Sein Nachfloger war Franz Fleischer; er ist hier, nach einer 38jährigen sorgen- und mühevollen Dienstleistung, am 4. Mai 1848, im 59. Lebensjahr, gestorben. Ihm folgte sein Sohn Mathias Fleischer, der am 1. September 1848 den Schuldienst in Wampersdorf antrat.

Die im Jahre 1787 erbaute einklassige, ungeteilte Volksschule mit ganztägigem Unterricht, der bis zum Jahre 1848 geführt wurde, konnte durch die zunehmende Zahl der Schulkinder nicht mehr weiter geführt werden. Es mußte daher der Halbtagsunterricht eingeführt werden, aber auch diese Maßnahme konnte die Raumnot im Unterrichtszimmer nicht lindern. Es wurde daher ein Antrag auf Vergrößerung des Lehrzimmers gestellt, diesem Antrag wurde erst 1860 stattgegeben. Um dieser dringenden Notwendigkeit gerecht zu werden, wurde 1860 im Einverständnis mit dem Fürsten Esterhazy, als damaligen Schulpatron, und der Gemeinde Wampersdorf, das ganze alte Schulhaus um etwa zwei Schuh größer aufgebaut, um zwei Klafter verlängert, vollkommen umgebaut und neu gedeckt. Das Lehrzimmer wurde ent- sprechend vergrößert und neu eingerichtet. Trotzdem mußte wegen Zunahme der Schülerzahl, welche durch die Entwicklung der Papierfabrik und durch Zugang von Fremdarbeitern hervorgerufen wurde, der eingeführte Halbtagsunterricht beibehalten werden, da auch der vergrößerte Schulraum die erhöhte Schülerzahl von 130 Kindern nicht fassen konnte. Dieser Zustand mußte bis 1878 beibehalten werden. Die Kosten für den angeführten Umbau haben der Schulpatron Fürst Esterhazy und die Gemeinde Wampersdorf aufgebracht. Die Gemeinde zahlte das Baumaterial von insgesamt 3.000 Gulden und Fürst Esterhazy stellte die Handwerker zur Verfügung. 1878 kam es zu einem Neubau des Schulhauses. Da nach dem damaligen Schulgesetz auf hundert Schüler ein Lehrer zuzuteilen war, waren zu wenig Lehrkräfte vorhanden und überdies bestand Schulraumnot. Von der Gemeinde und der Schulleitung wurde ein Antrag auf Erweiterung der Schulräume an den Bezirksschulrat gestellt. Ein Neubau der Schule wurde dringend nötig. In der Zwischenzeit wurde aber das gesetzliche Schulpatronat aufgehoben und der Gemeinde übertragen. Die Gemeinde mußte 7.000 Gulden und der Landesausschuß eine Subvention von 700 Gulden aufbringen. Der Bau wurde am 13. Juni 1878 unter der Leitung des Maurermeisters Anton Mittermann aus Pottendorf begonnen und war Ende September 1878 beendet.

Am 7. Oktober 1878 wurde die Schule feierlich eröffnet und eingeweiht. Im alten Schulhaus wurden Wohnungen für das Lehrpersonal geschaffen. Der bisher einklassige Unterricht wurde aufgelassen und ein zweiklassiger, ganztägiger Unterricht mit Handarbeitslehre eingeführt. In dieser Schule währte der Unterricht bis zum Ende 1960. Infolge des damaligen schlechten Bauzustandes des Schulgebäudes wurde am 22. März 1957 unter dem damaligen Bürgermeister Josef Schiefer, im Gemeinderat einstimmig beschlossen, eine neue Schule zu bauen. Es wurden die Gärten von Frau Trichtl und Baumann käuflich erworben und im Jahre 1958 mit dem Erdaushub begonnen. Viele Bewohner von Wampersdorf leisteten kostenlose Mitarbeit. Am 11. September 1960 nahm der Domprobst von Wiener Neustadt, Dr. Doleschal, die feierliche Einweihung vor. Weitere Ehrengäste waren Altbundeskanzler Dr. Leopold Figl und Bezirkshauptmann Dr. Hradil. Das alte Schulhaus wurde um 60.000 Schilling an die Pfarre verkauft. Die Schulklassen dienten anfangs als Jugendheim und die Lehrerwohnungen wurden vermietet. Durch die Gemeindezusammenlegung im Jahre 1970 wurde der Schulstandort nach Pottendorf verlegt und die neue Wampersdorfer Schule wurde in eine Sonderschule umgewidmet.

aus: HERTZKA, Rudolf: Chronik der Grossgemeinde Pottendorf

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